Ist smart das neue grün?

Die materielle Basis der Digitalisierung

Ist smart das neue grün?

Die materielle Basis der Digitalisierung

Die Digitalisierung hat Einzug in unseren Alltag gehalten und mit ihr vielseitig wahrgenommene Chancen und Risiken. Von politischen und wirtschaftlichen Akteuren werden Konzepte wie ‚Industrie 4.0’ und das ‚Internet der Dinge’ als neue Wachstumsstrategien und Teil der Effizienzrevolution gepriesen. Das Konsumieren verliert dank des Internets jegliche zeitliche und räumliche Begrenzung: vom Sofa aus kann man zu jeder Zeit einkaufen, Urlaubsreisen buchen oder Bankgeschäfte erledigen. Gleichzeitig sollen digitale Technologien die smarte Antwort auf Ressourcenfragen, Klimawirkungen und globale Gerechtigkeit sein. Doch tragen digitalisierte Systeme wirklich dazu bei, dass wir insgesamt weniger Energie verbrauchen?

Wäre das Internet ein Land, dann hätte es den weltweit drittgrößten Energieverbrauch. Denn obwohl die IT-Branche eine vorbildhafte Steilkurve von Effizienzgewinnen vorzuzeigen hat, erhöht sich hinter den Kulissen der Energieverbrauch von Rechenzentren und Netzwerken ständig. Während Debatten zu Privatsphäre und Datenschutz im digitalen Raum oder die Zukunft der Arbeit allgegenwärtig sind, kommen bislang Fragen zur materiellen Basis oder zur Klimawirkung der Digitalisierung im öffentlichen Diskurs kaum vor. Wie muss Digitalisierung also gestaltet sein, welche Anteile der Digitalisierung wollen wir fördern, und welche nicht, damit planetare Grenzen eingehalten und soziale Gerechtigkeit gestärkt werden?

Referentin Johanna Pohl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin. In der Nachwuchsgruppe „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ forscht sie zur Verschiebung von Energie- und Ressourcenströmen durch eine zunehmende Digitalisierung von Dienstleistungen.

Photo: Google data center, Dave Greer