Hysterische Frauen und übergriffige Fremde?!

Wie können wir sexistischen und rassistischen Narrativen über sexualisierte Gewalt entgegentreten?

Hysterische Frauen und übergriffige Fremde?!

Wie können wir sexistischen und rassistischen Narrativen über sexualisierte Gewalt entgegentreten?

#MeToo und #Aufschrei aber auch die Berichterstattung und Debatten über die Silvesternacht 2015/16 in Köln sind zwei Beispiele dafür, wie sich gesellschaftliche Narrative zum Thema sexualisierte Gewalt wandeln, welche Rolle sie innergesellschaftlich spielen und wie sie rassistisch und sexistisch instrumentalisiert werden. Etwas, das sich dabei deutlich zeigt, ist, dass sexistische und rassistische Mythen über sexualisierte Gewalt in der Gesellschaft weit verbreitet sind und die Standpunkte der Diskutierenden und Zuhörenden bzw. Mitlesenden oftmals maßgeblich bestimmen. So hält sich zum Beispiel die Überzeugung, dass Vergewaltigungen nahezu immer von Personen begangen würden, die die Betroffenen nicht kennen, sehr hartnäckig, obwohl Statistiken deutlich zeigen, dass die meisten Täter Freunde und Bekannte der Betroffenen sind. Sozialpsychologische Wissenschaftler_innen beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der Frage, wie Menschen sexualisierte Übergriffe und Vergewaltigungen bewerten. Eine zentrale Frage ist dabei, warum und in welchem Ausmaß Menschen Betroffenen und Tätern Schuld und Verantwortung zuschreiben.

In diesem Vortrag wird es auf der Basis umfassender wissenschaftlicher Erkenntnisse darum gehen, sexistische und rassistische Narrative und Mythen über sexualisierte Gewalt aufzuzeigen, einzuordnen und zu widerlegen. Auf diese Weise soll ein Verständnis für die Struktur und Systematik von Vergewaltigungsmythen und Victim Blaming vermittelt werden, um den gängigen Narrativen in Diskussionen schlagfertig begegnen können.

Lena Pritchard ist Psychologin und Künstlerin. Sie hat zu der Frage wie die Bewertung sexualisierter Übergriffe und rassistische sowie sexistische Einstellungen zusammenhängen geforscht. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit Soli-Arbeit für Kuba und das Baskenland sowie verschiedenen Kunstprojekten.

Bilke Schnibbe ist Psychologin und Redakteurin bei FICKO – Magazin für gute Sachen und gegen schlechte, wo sie vor allem zu den Themen sexualisierte Gewalt, Feminismus und Klassismus schreibt. Wie Lena, hat auch sie zum Thema Bewertung sexualisierter Gewalt geforscht.